CDU Ortsverband Greven
CDU Ortsverband
16:04 Uhr | 20.11.2017 StartseiteStartseiteKontaktKontaktImpressumImpressum
 







Archiv
01.03.2016, 08:19 Uhr | Übersicht | Drucken
Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe beim Jahresauftakt der MIT Steinfurt und MIT Greven

In der einen Woche Moskau, in der nächsten Woche Greven: Keine 14 Tage lagen zwischen dem Interview mit dem russischen Ministerpräsidenten Medwedjew und dem Gastvortrag in Greven auf Einladung des hiesigen MIT-Verbandes und der MIT Steinfurt. Im Casino der Firma Sahle folgten fast 70 Gäste den Ausführungen von Sven Afhüppe, einem der führenden deutschen Wirtschaftsjournalisten. Da Wirtschaft und Politik untrennbar miteinander verbunden sind, gab es reihenweise Querverbindungen zwischen den großen Entwicklungslinien, aber auch aktuellen Krisen.

„Die Welt versinkt in Krisen. Und wenn wir ehrlich sind, haben wir in Syrien den Überblick verloren, wer gegen wen kämpft. Unordnung scheint die neue Weltordnung zu sein.“ Auch seine Schlussfolgerung zu seinem oben genannten Interview mit Medwedjew ließ kaum Spielraum für eine positivere Bewertung der geopolitischen Lage. Seine Zwischenbilanz zur Flüchtlingskrise: „Es ist gut, dass die Willkommenskultur mittlerweile durch eine Realitätskultur ersetzt wurde.“ Zwar halte er eine Obergrenze für nicht durchsetzbar, aber eine Unterstützung von Flüchtlingen in den Lagern der syrischen Nachbarländer sei „absolut richtig“. Sie müsse aber neben den reinen Versorgungsaspekten auch einen „aktivierenden“ Charakter haben.



Foto
Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe, Vors. MIT Greven Dr. Christoph Kösters, stellv. Landrat Kreis Steinfurt Bernhard Hembrock, stellv. IHK-Geschäftsführer Prof. Bodo Risch

Positives vermeldete Afhüppe zur Verfassung der deutschen Wirtschaft. Viele deutsche Unternehmen besonders im Maschinenbau, aber auch in der Automobilwirtschaft, seien „unheimlich stark aufgestellt.“ Gleichwohl dürften die großen Herausforderungen für die Zukunft nicht aus den Augen verloren werden. Eine „Agenda Fortschritt“ ist für ihn das Zauberwort, bestehend unter anderem aus Strategien zu einer „vernetzten Industrie 4.0“, sichere und bezahlbare Energie und Antworten auf demographische Fragen. Ein weiterer Fokus müsse auf verstärkten Investitionen und der Förderung von Start-Ups liegen.

Die folgende Diskussion unter Leitung des Grevener MIT-Vorsitzenden Dr. Christoph Kösters war entsprechend dem Vortrag breit aufgestellt: Mehr Transparenz bei TTIP, die künftige wirtschaftsstrategische Ausrichtung der USA nicht nur nach Europa, sondern verstärkt in der asiatisch-pazifischen Wachstumsregion, Erhalt und Förderung des EU-Binnenmarktes gegen derzeitige Fliehkräfte, die Forderung nach privaten-öffentlichen Partnerschaften (PPP) beispielsweise im Straßenbau waren einige seiner Antworten zu den Beiträgen.

Ein gemischtes Bild zeichnete der stellvertretende Geschäftsführer der IHK NordWestfalen, Prof. Bodo Risch, im Rahmen des zweiten Gastbeitrags von den wirtschaftlichen Aussichten für NRW und die Region. Bemerkenswert: Der Wachstumsabstand von NRW zu Gesamtdeutschland liegt bei fast 50 % (2015: 1,7 % Wachstum Bund vs. 0,9 % Wachstum NRW). Für 2016 erwartet er ein gesamtwirtschaftliches Wachstum von 1,6 bis 1,8 %. Die größten Risiken liegen laut Risch wegen der zahlreichen Kristen im Außenhandel. Stütze sei nach wie vor der Binnenmarkt.

 

Nach der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK NordWestfalen gehen die Unternehmen per Saldo mit nahezu unveränderten Erwartungen in das neue Jahr, differenziert nach Wirtschaftszweigen zeigt sich aber das produzierede Gewerbe am wenigsten positiv. Leicht sinkende Erwartungen haben die Dienstleister, deutlich positive aber der Handel. Die größten Konjunkturrisiken sehen die Mitglieder mehr noch als im Vorjahr in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und im Fachkräftemangel. Dennoch planen 25,3 % der befragten Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten das Personal aufzustocken – der höchste Anteil seit Überwindung der Wirtschaftskrise. In den Jahren 2014/15 gab es im gesamten IHK-Bezirk einen Beschäftigungsaufbau von 105.000 Erwerbspersonen. Der Schwerpunkt lag hierbei im Münsterland (+ 85.000). die Emscher-Lippe-Region lag bei zusätzlichen 25.000 Beschäftigten.

Moderator Dr. Christoph Kösters freute sich einmal mehr, den Gästen ein breites Kaleidoskop aus Ein- und Aussichten auf den Weg geben zu können, die diese beim anschließenden Netzwerken im Rahmen eines kleinen von der Firma Sahle gesponsorten Imbisses sogleich auswerteten.


Impressionen
News-Ticker
Termine
Ticker der
CDU Deutschlands
 
   
1.72 sec. | 50416 Visits